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Borwinstiftung

Sanierung des Borwinheims in Neustrelitz

Das Borwinheim ist aus der Stadt Neustrelitz nicht wegzudenken. Als attraktives historisches Gebäude, das zu caritativen Zwecken als Gemeinde- und Waisenhaus gestiftet wurde, gehört es zum Zentrum der Stadt. Es vereint heute das Leben der evangelischen Stadtkirchengemeinde und vielfältige soziale Hilfsangebote der Diakonie wie die Frühförderung, Beratungsstellen, Obdachlosenarbeit, offene Kinderarbeit und die Neustrelitzer Tafel e.V. unter einem Dach.

Geschichtliches

Auszüge aus der Rede der Landessuperintendentin Christiane Körner:

(Sanierungsprojekt Borwinheim - Informationsveranstaltung am 4. Mai 2007

„Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott.“ Dieser Vers aus Psalm 84, aus dem Alten Testament der Bibel ist vor 97 Jahren an dieser Stelle gesprochen worden - anlässlich der Einweihung des Borwinheimes im Oktober 1910. Wie ein Vogel sein Haus und eine Schwalbe ihr Nest sollten fortan vor allem Kinder in diesem Gebäude ihr Zuhause, ihr Nest finden. So hatte es Elisabeth, Großherzogin von Mecklenburg Strelitz, Prinzessin von Anhalt es 1910 bestimmt. 

Am 24. August 1908 war ihr 20-jähriger, am 10. Oktober 1888 in Neustrelitz geborener Sohn, Herzog Carl Borwin verstorben. Wie damals zu lesen war: „…nach kurzem, schweren, heimtückischen Leiden.“ Zum Gedächtnis ihres Sohnes errichtete seine Mutter die „Herzog Carl Borwin Gedächtnisheim“ Stiftung. 

Nach der Grundsteinlegung am 24. April 1910 wurde das Borwinheim am 10. Oktober 1910 eingeweiht - vor über 500 Gästen, angesichts der mecklenburgischen und anhaltinischen Fahnen, im Beisein von Großherzog Adolf Friedrich V., Großherzogin Elisabeth,  Erbgroßherzog Adolf Friedrich VI. und Großherzoginwitwe AugusteCaroline. 

Am 1. November 1910 wurde das Haus in Betrieb genommen. Es beherbergte im Erdgeschoss: Hauseltern, Waisenstation, Kinderhort, Volksbibliothek, Wohnung und Arbeitsbereich für die Gemeindeschwester;im Kellergeschoß: eine Krippe;im Obergeschoß: Räume für die kirchliche Arbeit, für Festversammlungen des Jungfrauen- und Jünglingvereins, für Spiel- und Turnaufführungen.

Am 1. Juli 1939 wurde das Borwinheim durch Naziverfügung geschlossen. Die Räume wurde kommunalen Zwecken zugeführt.

Die „Herzog Carl Borwin Gedächtnisheim“ Stiftung wurde von Elisabeth, Großherzogin von Mecklenburg Strelitz, Prinzessin von Anhalt am 2. April 1910 ausgesprochen und am 10. November 1928 vom Mecklenburg-Strelitzschen Ministerium, Abteilung des Innern, gez. Freiherr von Reibnitz, genehmigt und damit errichtet. 

„Das Vermögen der Stiftung wird aus dem Eigentum an dem Grundstück Neustrelitz, Bruchstr. 15,…,bestehen.

Die Stiftung steht im Dienst der christlichen Liebestätigkeit im Lande Mecklenburg-Strelitz und der evangelischen Landeskirche, sowie auch der evangelisch-lutherischen Gemeinde Neustrelitz.

a)         In erster Linie dient sie der christlichen Erziehung verwaister oder anderer hilfsbedürftiger Kinder als Waisenhaus, als Kinderheim oder Krippe.

b)        Die Räume sollen als Versammlungsräume für christliche Vereine,…, für kirchliche Versammlungen und Tagungen, auch für wissenschaftliche, künstlerische oder Veranstaltungen zu gemeinnützigen Zweck verwandt werden. Zu politischen Zwecken dürfen die Räume nicht benutzt werden.

c)         In den kleineren Nebenräumen wird ein christliches Hospiz betrieben.

Elisabeth, Großherzogin von Mecklenburg Strelitz, Prinzessin von Anhalt.“

Eine erstaunliche Geschichte verbirgt sich in diesem Haus. Erstaunlich, weil christlicher Glaube und diakonisches Handeln, weil Gebet und Tun im Zeichen der Nächstenliebe hier zusammengehören.

Das Borwinheim steht - mit kurzer Unterbrechung im 3. Reich - seit 1910 im Dienst an Menschen, vor allem an jungen Menschen der Stadt Neustrelitz und der Region.

So war es. So ist es. So soll es bleiben. Wir wollen diese Geschichte weiter schreiben.